Warum?

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Warum MakerBib sein? Warum Makerspace machen?

  • Ausleihzahlen sind auf Rückgang und Besucherzahlen nehmen zu: Bibliotheken verändern sich und wir müssen unseren Platz in der Gesellschaft neu definieren
  • geändertes Arbeits-/Nutzerverhalten, z.B. Coworking Spaces: digitale Nomaden, die überall arbeiten können mit guter digitaler Infrastruktur
  • Bibliotheken werden künftig viel individueller sein (müssen)
  • 1. Ort = Zuhause, 2. Ort = Arbeit, 3. Ort = Erholung/Öffentlichkeit (einst: Shoppingmalls -> Bibliotheken steuern dort hin bzw. sind das schon!)
  • Trend außerdem: Nachhaltigkeit (Biblio2030, Nachhaltigkeitsrolle der UN, Rodenbach: verleiht Taschen -> LeserInnen nähten Bibliothekstaschen, die jetzt ausgeliehen werden, bei Preisverleihung Handtaschen-Tausch-Party)

Wer wollen wir sein?

  • Die Kommunikative: Bibliotheken als „Dritter Ort„:
    • sich geborgen und trotzdem aktiviert fühlen, schwierig: heterogene ZG
    • Begegnung, Kommunikation, Platz für kreative Gestaltung
      • nicht mehr nur Ausleihort: lebendiger Treffpunkt! (Lego-Ecke Oberursel)
      • d.h.: Aufenthaltsqualität! (gemütlich + funktional): rollbare Regale, gemütliche Sitzecken
      • Veranstaltungsort im Herzen der Stadt: Makerspace, MINT-Veranstaltungsraum (Bad Vilbel)
  • Die Digitale: Angebote, selber vertreten sein = Bibliothek als „Vierter Ort“
    • virtuelle Kommunikation: Bibl. von daheim nutzen (OVH, Freegal, Youtubevideos von der Bibl.)
    • Tablets in der Bibl.: Angebote schaffen, die die BesucherInnen digital an den analogen Ort locken
    • Library Lab: ausprobieren und lernen digitaler Angebote (Roboter, Augmented Reality)
    • Spielestraße (interaktiv konzipierter Fußboden)
  • Mit allen für alle: Bürgerpartizipation (= Wohnzimmer der Stadt)
    • Kinder-/Jugendbüros (Oberursel)
    • eher noch unterentwickelt in deutschen Bibliotheken
    • Moderatoren von außen ratsam für Begegnung auf Augenhöhe
    • vom kleinen (Benutzerwünsche) bis zum Großen: Einkaufen mit Jugendlichen
    • kann auch nach hinten losgehen
    • Bibliothek ist dafür da, dass das Entstehen von Ideen bei BürgerInnen gefördert wird, u.a. Mit Büchern, aber nicht nur

Warum sollten Bibliotheken über Makerspace nachdenken?

  • Stärken von Bibliotheken
    • Wir sind Profis beim Verleihen! Was wird künftig verliehen? (Medien? Tablets? Werkzeug?…) – Bibliothek der Dinge
    • Wir sind Profis auf dem Gebiet der Veranstaltungsarbeit – nutzen wir das!
    • Wir sind Profi auf dem Gebiet der Vernetzung – vernetzen wir uns!
    • vor allem im Hinblick auf die aktuelle Politik: Wir bieten neutrale Orte, können als Treffpunkte, Orte der Demokratie dienen („Miteinander reden“, BiB)
    • Bibliotheken leben des Trend des Teilens (Thema Nachhaltigkeit, Sharing is caring)
    • Zugang zu Information uns Bildung ermöglichen = Ziel von Bibliotheken
  • Umfrage (2019) bei hessischen Bibliotheken zum Thema ergab eher Missmut („immer diese Anglizismen“, heftige Emotionen, Unverständnis, …)
  • „Makerspace“ ist der falsche Begriff! -> auch nähen, Urban Gardening, Repair-Café, basteln, Lego-Ecken … = Makerspace
  • ermutigt Bibl., spielerisch ranzugehen
  • Flexibilität notwendig (im KOPF und im RAUM) – müssen alle Regale bleiben? Platz und Räume schaffen Raum für Kreativität und Aktivität!
  • Samstags-/Sonntagsöffnungszeiten auch zur Diskussion stellen (derzeit mal als Ausnahme 1x/Jahr in Oberursel möglich, weil mehr nicht erlaubt, auch nur mit Ehrenamtlichen)
  • Geschichtliche Makerspaces:
    • Bibl. von Alexandria: auch Bücherbestände, aber eher Treffpunkt für Gelehrte
    • Leonardo DaVinci = erstes Makerspace-Büro
    • 1995 Berlin C-Base (Hackspace -> Website ansehen!)
    • 2006: erste MakerFaire
    • 2013: erstmals in deutscher Fachzeitschrift im Bibliothekskontext erwähnt

Makerspace – Wie fange ich an?

  • Umfeldanalyse: Konkurrenten oder Kooperationspartner?, auch mit Nachbarbibliotheken: nicht alle alles, sondern gemeinsam besprechen, sich aufteilen, Partner: JuPa?
  • Zielgruppenanalyse: Wer sind meine KundInnen? Wer soll KundIn werden? (auch mal bibliotheksexterne Gruppen reinlassen?)
  • Trends/allgemeine Entwicklungen vor Ort: Wo steuert auch meine Kommune hin? Was können/sollten WIR vor Ort machen?, z.B. Schule: Trend Digitalisierung (Schulen benötigen großen Bildungsträger zur Kooperation)
  • Equipement -> fertige ekz Kisten sind ein Anfang, Upcycling-Workshops (aus Müll, kostet nichts)

aber…

  • Keine Zeit! -> Makerday: auch Experten (FORSCHERFREUNDE: bringen alles mit und zeigen alles – Oberursel)
  • Kein Personal! -> Vereine, Ehrenamtliche, Schulen, Personen mit Hobbies
  • Kein Geld! -> Koop., FV, Landesförderung, Crowdfunding, über Kreisebene: mit anderen Bibliotheken vernetzen, an Förderprojekt teilnehmen – z.B. Total Digital 100% Förderung für die Projekte, die bereits komplett fertig sind
  • Kein Platz! – Mobiler Makerspace, Makerday, Ferienangebot, einiges braucht nicht viel Platz, Buchtrailer drehen

Danke an Frau Mertens und Frau Holzmann für die tolle Vor- und Aufbereitung des Themas (11.11.2019 in Oberursel beim AKKJ-Treffen)!